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So vermeiden Sie eine steigende Mitarbeiterfluktuation nach der Krise

Mitarbeiterin raeumt Arbeitsplatz

Nach der Krise ist vor der Krise – oder wie war das?! In Zeiten von Kurzarbeit und Corona-bedingten Kündigungen werden viele Mitarbeiter einen Teufel tun und ihren sicheren Job an den Nagel hängen. Doch wie sieht es nach der Krise aus? Und was kann der Arbeitgeber tun, damit ihm nach der Krise keine Fluktuationswelle droht?

Durch die Krise haben viele Unternehmen einen Gnadenaufschub bekommen, was Kündigungen seitens der Arbeitnehmer angeht. Mitarbeiter, die sich bereits vor der Krise nach einer neuen Herausforderung umgeschaut haben, mussten ihr Vorhaben krisenbedingt aufschieben. Auch Mitarbeiter, die während der Krisenzeit gemerkt haben, dass der aktuelle Arbeitgeber nicht der richtige ist, können eine Fluktuationswelle nach der Krise auslösen. Was aber die meisten Unternehmen unterschätzen, ist die Chance, die die Corona-Krise in Bezug auf die Mitarbeiterbindung mit sich bringt. Gerade in der Krise können Arbeitgeber zeigen, dass sie für die Mitarbeiter da sind und ihre Mitarbeiter damit neu an sich binden.

Die Sondererhebung „Mitarbeiterfocus 2020“ des 2HM Forums, die zu Beginn der Krise im März durchgeführt wurde, zeigt, dass der Anteil der zufriedenen Mitarbeiter in Unternehmen konstant niedrig bei 21 Prozent liegt. Wohingegen die Zahlen der Gegner, Enttäuschten und auch der Unternehmensbewohner (Beschäftigte, die sich im Unternehmen wohl fühlen, aber keine emotionale Bindung zum Arbeitgeber aufbauen) während der Krise enorm hoch ist.¹ Die Krise kann jedoch als Chance gesehen werden, um die Bindung zu seinen Mitarbeitern neu aufzubauen und zu festigen.

Richtiges Krisenmanagement: Wertschätzung auch in Krisenzeiten

In einer Gallup Blitzumfrage hat fast jeder dritte Befragte geäußert, dass sich sein Unternehmen nicht für sein Wohlergehen interessiere.² Wertschätzung sieht anders aus! In Krisenzeiten ist Fürsorge gleich Wertschätzung. Fürsorge im Sinne eines stabilen Krisenmanagements, in dem sich der Mitarbeiter in der Lage fühlt, seiner Arbeit nachzukommen und sich sicher fühlt, was seine gesundheitlichen Belange angeht.

Ein gut durchdachtes Krisenmanagement in schwierigen Zeiten kann dafür sorgen, längst verloren geglaubte Mitarbeiter wieder an Bord zu holen. Die Gallup-Blitzbefragung zeigt erheblichen Optimierungsbedarf was das Krisenmanagement vieler Unternehmen angeht. So stimmen nur 33 % der Aussage zu, dass der eigene Arbeitgeber einen klaren Maßnahmenplan als Reaktion auf die Corona-Krise kommuniziert hat. Dadurch haben einige Unternehmen massiv an Vertrauen eingebüßt.³

Gesundheit an erster Stelle: Hygienekonzept erarbeiten

Um seiner Arbeit wie gewohnt nachgehen zu können, müssen sich Mitarbeiter und Führungskräfte wohlfühlen und sollten sich nicht während der Arbeitszeit Gedanken um mögliche Gesundheitsrisiken machen müssen. Lediglich 26 % der Befragten aus der Gallup-Blitzumfrage zum Thema Mitarbeiterbindung in Corona-Zeiten sind der Meinung, dass ihnen nichts passieren wird, wenn sie sich an die Gesundheitsrichtlinien ihres Unternehmens halten.⁴

Ein entsprechendes Hygienekonzept sollte in Zeiten von Corona ein fester Bestandteil eines jeden Krisenmanagements sein. Ausreichend Abstand, Desinfektionsspender und Mund-Nasen-Schutz bilden eine gute Basis, um seine Mitarbeiter zu schützen. Diese Maßnahmen sollten frühzeitig eingeführt werden. Weitere Maßnahmen zum Gesundheitskonzept sollten mit den Mitarbeitern gemeinsam erarbeitet werden. So erfährt man direkt, unter welchen Bedingungen die Mitarbeiter ihre Arbeit am besten weiterführen können.

Regelmäßiges Feedback & Kommunikation

Regelmäßiges Feedback und Kommunikation sind ein wesentlicher Bestandteil eines gut funktionierenden Krisenmanagements. In den meisten Unternehmen übernimmt die Personalabteilung die Kommunikation mit den Beschäftigten. Viele Personalabteilungen mussten zu Beginn der Krise innerhalb kürzester Zeit in den Krisenmodus schalten. Dabei spielt die regelmäßige Informationsweitergabe in Bezug auf den Umgang mit der Situation und der Einführung neuer Maßnahmen eine große Rolle. Gleichzeitig sollte HR regelmäßig Feedback zur aktuellen Situation und Maßnahmen direkt bei den Mitarbeitern einholen. Aus diesem Feedback resultierend sollten Maßnahmen entsprechend angepasst und Handlungsempfehlungen kontinuierlich konkretisiert werden. Der Fokus auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter ist essenziell, um das Vertrauen der Mitarbeiter nicht zu verlieren.

Wie die Kommunikation innerhalb der Unternehmen wahrgenommen wird, zeigen die Daten der Gallup-Blitzbefragung. Hier wird deutlich, dass eine reine Top-Down-Kommunikation seitens der Geschäftsleitung bzw. der obersten Führungsebene nicht ausreicht. Die Kommunikation muss auf lokaler Ebene durch alle Führungskräfte stattfinden. Gleichzeitig zeigt die Blitzumfrage aber auch, dass Führungskräfte sich durch ihre eigenen Vorgesetzten selbst nur unwesentlich besser informiert fühlen als die Personen, die sie führen.⁵ Das erschwert einen einheitlichen Informationsfluss enorm.

Digitale Tools für lückenlose Informationsweitergabe und schnelle Kommunikation

Digitale Tools erleichtern eine einheitliche und zeitgleiche Informationsweitergabe und Kommunikation. So bekommen alle Mitarbeiter relevante Informationen zum Krisenmanagement selbst im Homeoffice lückenlos zugespielt. Gleichzeitig verringern digitale Tools die Distanz, die in Krisen wie der Corona-Pandemie notwendig ist. Zwischenmenschliche Distanz begleitet uns seit Beginn der Krise sowohl privat als auch beruflich. Mitarbeiter arbeiten von zu Hause aus oder rücken Tische und Stühle im Büro auseinander. Gemeinsame Meetings im Konferenzraum oder ein Pläuschchen mit dem Kollegen gegenüber sind selten geworden. Um den Team-Spirit aufrecht zu erhalten, sind Online-Kommunikationsplattformen, in denen man sich virtuell face-to-face begegnen kann, eine gute Alternative, um den persönlichen Kontakt aufrecht zu erhalten. Abteilungsübergreifende Zusammenarbeit wird so entanonymisiert und selbst das außerbetriebliche Get-together kann so stattfinden.


¹ https://www.personalwirtschaft.de/recruiting/employer-branding/artikel/corona-krise-mitarbeiterbindung.html, 27.07.2020, 16:49 Uhr

² https://www.saatkorn.com/gallup-mitarbeiterbindung-in-corona-zeiten/, 27.07.2020, 17:17 Uhr

³ https://www.saatkorn.com/gallup-mitarbeiterbindung-in-corona-zeiten/, 27.07.20, 17:05 Uhr

https://www.saatkorn.com/gallup-mitarbeiterbindung-in-corona-zeiten/, 28.07.20, 12:40 Uhr

https://www.personalwirtschaft.de/recruiting/employer-branding/artikel/corona-krise-mitarbeiterbindung.html, 28.07.2020, 10:04 Uhr

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