HR Future Skills

HR Future Skills - Wie wichtig sind digitale Kompetenzen in der Personalabteilung?

Deutsche Personalabteilungen befinden sich im größten Transformationsprozess, den sie je durchlaufen haben. Die Veränderungen durch die Digitalisierung sind weitreichend und haben auf jeden Bereich der Personalabteilung erheblichen Einfluss. Die Jobprofile vieler HRler verändern sich. Kompetenzanforderungen werden höher und die nötigen Qualifikationen eines Personalers sollen neben betriebswirtschaftlichen und fachlichen Kenntnissen sowie ausgeprägten Social Skills nun auch ein bestimmtes Maß an digitalen Kompetenzen umfassen.   Die jetzt geforderten Digital Skills orientieren sich vor allem am veränderten Kommunikationsverhalten der Gesellschaft und dem, im Vergleich zur Vergangenheit, stark ausgeprägten Umgang mit neuen Technologien.

Was sind digitale Kompetenzen?

Eine einheitliche Definition zu digitalen Kompetenzen existiert nicht. Im Allgemeinen beschreiben digitale Kompetenzen die Fähigkeiten, sich sicher und gleichzeitig mit einem gewissen „kritischen Bewusstsein“ bzw. einem bestimmten Maß an Achtsamkeit mit digitaler Technologie auseinanderzusetzen, diese anzuwenden und darüber hinaus die digitale Transformation von HR-Prozessen voranzutreiben.

Laut der deutschen Gesellschaft für Personalführung e.V. verändern sich zum einen die Definition bereits bekannter Kompetenzen, die in der Personalabteilung benötigt werden. Beispiele hierfür sind Eigenverantwortung, Kommunikationsfähigkeit oder das Maß an Agilität. Zum anderen kommen neu geforderte Kompetenzen dazu. Wurde in Sachen eigenverantwortliches Arbeiten in der Vergangenheit vor allem Wert auf effizientes Zeit- und Ressourcenmanagement und Selbststeuerung gelegt, geht es im digitalen Zeitalter vor allem darum, den richtigen Umgang mit schnelleren Entscheidungsprozessen und eine entsprechend beschleunigte Umsetzung zu erlernen sowie um das verstärkte Arbeiten auf Ad-hoc-Basis. Im Kommunikationsverhalten ist die größte Veränderung auszumachen. Ging es hier vor allem darum, die interne und externe Kommunikation effizienter zu gestalten, ist jetzt proaktive, parallele Kommunikation gefragt, die dem HRler, den Mitarbeitern und den Führungskräften ein Höchstmaß an Transparenz bietet und den Kommunikationsprozess abteilungsübergreifend beschleunigt. Reaktionszeiten haben sich so um ein Vielfaches verkürzt und die abteilungsübergreifende Vernetzung und Informationssicherheit ist stark gestiegen.1 All das wird heute durch die Nutzung von intelligenter Software unterstützt und dadurch gleichzeitig verstärkt. Der europäische Referenzrahmen «DigComp» ordnet digitale Kompetenzen in fünf Hauptkategorien ein.2

► Digitale Kompetenzen: 5 Hauptkategorien

  • Umgang mit Informationen und Daten
  • Kommunikation und Zusammenarbeit
  • Erzeugen digitaler Inhalte
  • Sicherheit
  • Problemlösung

Welche Kompetenzen in der Personalabteilung im digitalen Zeitalter gefragt sind, zeigte bereits eine Studie des Instituts für Beschäftigung und Employability im Auftrag von Hays Deutschland, Österreich und der Schweiz. Demnach ist die Fähigkeit, offen gegenüber Veränderungen zu sein, und die Förderung von Eigenverantwortung am wichtigsten. Zudem sollte die Vermittlung von digitalen Grundkompetenzen und der Ausbau digitaler Lehr- und Lernmethoden im Mittelpunkt stehen.3 Personalabteilungen sind heute darauf angewiesen, dass ihre Mitarbeiter ein gewisses Maß an digitaler Souveränität mitbringen, um auf die Einflüsse der Digitalisierung zu reagieren und sich dem Marktgeschehen entsprechend anzupassen. Für den HRler ist es also wichtig, den richtigen Umgang mit digitalen Informationen zu erlernen. Dazu gehört Recherche, Suche und Filterung von Daten und digitalen Inhalten genauso wie die Auswertung und die Verwaltung von digitalen Daten. In Bezug auf Kommunikation und Zusammenarbeit mit digitalen Tools sind Art und Weise von Austausch und Interaktion essenziell, damit die abteilungsübergreifende Kommunikation einen konkreten Mehrwert bietet. Ein besonderes Augenmerk sollte aufgrund der Masse an empfindlichen personenbezogenen Daten in der Personalabteilung auf die Sicherheit gelegt werden. Der Schutz von HR-Daten sowie der Privatsphäre der Mitarbeiter ist unverzichtbar im Umgang mit digitalen Tools. So lassen sich digitale Kompetenzen in Soft Skills und Hard Skills einteilen.4

► Soft Skills

  • Umgang mit digitalen Informationen
  • Erstellen, Teilen und Verarbeiten von digitalen Inhalten
  • Interaktion und Austausch mittels digitaler Technologie
  • Sicherung von Daten
  • Nutzung von digitalen Tools
  • Netiquette (Gesamtheit aller Regeln für soziales Kommunikationsverhalten im Internet)
  • Verwaltung der digitalen Identität

► Hard Skills

  • Identifizierung von digitalen Kompetenzlücken
  • Ermittlung von Bedürfnissen und technischen Rückmeldungen
  • Lösung technischer Probleme
  • Schützen von digitalen Geräten
  • Schutz der persönlichen Daten und der Privatsphäre
  • Programmieren
  • Copyright und Lizenzen

Entwicklung von digitalen Kompetenzen

Eine Schulung bzw. Fortbildung, in dem der Mitarbeiter digitale Kompetenzen auf dem Silbertablett serviert bekommt, gibt es nicht. Anders als bei klassischem Fachwissen, lässt sich der souveräne Umgang mit neuer Technologie nicht in einer 3-Tages-Schulung erlernen. Digitale Kompetenzen sind „Learning by doing“- Kompetenzen, die sich nur im regelmäßigen Umgang mit den Technologien mit einer ganzheitlichen Integration in den Alltag erlernen und ausbauen lassen. Wichtig ist vor allem das richtige Mindset. Offenheit und Veränderungsbereitschaft sind das A und O, wenn es um digitale Kompetenzen geht.

 


1 DGFP-Praxispapiere Leitfaden 02/2016: Kompetenzen im digitalisierten Unternehmen, abrufbar unter: https://www.dgfp.de/fileadmin/user_upload/DGFP_e.V/Medien/Publikationen/Praxispapiere/201602_Praxispapier_Kompentenzen-im-digitalisierten-Unternehmen.pdf, 13.01.2019, 10:51 Uhr

2 European Commission, DigComp 2.1: The Digital Competence Framework for Citizens with eight proficiency levels and examples of use, abrufbar unter: https://ec.europa.eu/jrc/en/publication/eur-scientific-and-technical-research-reports/digcomp-21-digital-competence-framework-citizens-eight-proficiency-levels-and-examples-use, 20.01.2020, 10:40 Uhr

3 HAYS Recruiting experts worldwide, HR Report 2017: Schwerpunkt Kompetenzen für eine digitale Welt, abrufbar unter: https://www.hays.de/documents/10192/118775/Hays-Studie-HR-Report-2017.pdf, 13.01.2019, 10:51 Uhr

4 European Commission, DigComp 2.1: The Digital Competence Framework for Citizens with eight proficiency levels and examples of use, abrufbar unter:

https://ec.europa.eu/jrc/en/publication/eur-scientific-and-technical-research-reports/digcomp-21-digital-competence-framework-citizens-eight-proficiency-levels-and-examples-use, 20.01.2020, 10:40 Uhr

 

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