Employee Journey: Die Employee Experience

Wie Sie die Employee Journey optimieren - Teil 2: Die Employee Experience

Ist ein Mitarbeiter erstmal mit viel Herzblut und Einsatz erfolgreich an Bord des Arbeitgebers geholt worden, heißt es nun umso mehr, ihn erfolgreich an das Unternehmen zu binden. Gleiches gilt selbstverständlich auch für Mitarbeiter, die schon einige Zeit im Unternehmen sind und damit zu den wichtigen Know-how-Trägern zählen. Denn der Aufwand für das Recruiting, wieder einen neuen Mitarbeiter einzustellen, steigt immer mehr in schwindelerregende Höhen und ist immer seltener von Erfolg gekrönt. Alles, was ein Mitarbeiter an seinem Arbeitsplatz erlebt – sei es der respektvolle und wertschätzende Umgang mit den Angestellten, das Arbeitsumfeld oder die moderne technische Ausstattung des Arbeitsplatzes – zahlt sich auf die Employee Experience aus.

Aber welche Gründe hat ein Mitarbeiter, bei seinem Arbeitgeber zu bleiben, und was macht Mitarbeiter wirklich zufrieden?

Mitarbeiterbindung durch Begeisterung

Laut dem Wrike Happiness Index 2019 sind für Menschen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA vor allem folgende Faktoren wichtig:

•    Das Gehalt,
•    eine sinnvolle Arbeit erledigen,
•    flexible Arbeitszeiten und Homeoffice,
•    der Standort des Büros,
•    die Unternehmenskultur und die Führungskultur.

► Allerdings: Je zufriedener ein Mitarbeiter in seinem Unternehmen ist, desto unwichtiger ist ihm das Gehalt.

Die deutschlandweite Arbeitnehmerstudie „Recruiting & Retention 2018“ stuft vor allem emotionale Gründe zur Mitarbeiterbindung als wichtig ein:

1. Zufriedenheit allein ist kein Garant für dauerhafte Bindung. Denn über ein Drittel der weitestgehend zufriedenen Befragten geben an, ihren Arbeitgeber wechseln zu wollen. Das liegt wohl daran, dass Mitarbeiter heutzutage nicht nur zufrieden, sondern begeistert von ihrem Arbeitgeber sein wollen.

2. Ein Trost: Überraschend viele unzufriedene (55 Prozent) Mitarbeiter bleiben in ihrer ungeliebten Anstellung, was wohl am Mangel an Alternativen oder dem großen Aufwand eines Jobwechsels liegt.

3. Führungskräfte sind in der Verantwortung: Der Vorgesetzte ist der wichtigste Faktor für die Zufriedenheit. Respekt und Rückhalt sind hier die ausschlaggebenden Faktoren.

4. Unternehmenskultur ist eine unterschätzte Größe: Ein von Wertschätzung und offener Kommunikation geprägtes Unternehmensklima trägt zur Mitarbeiterbindung bei und führt zur Weiterempfehlung des Arbeitgebers.

Unternehmen müssen es also schaffen, ihre Mitarbeiter von ihren Produkten oder Dienstleistungen zu überzeugen und mitzureißen, beispielsweise indem sie sie früh in die Produktentwicklung und strategische Entscheidungen miteinbeziehen. Führungskräfte müssen sorgfältig ausgewählt und entsprechend geschult werden, damit sie ihren Löwenanteil zur Mitarbeiterbindung optimal umsetzen können. Auch das Management ist in der Pflicht: Es muss eine offene, respektvolle Unternehmenskultur vorleben.

Mitarbeiterbindung durch Agilität

Ein weiterer wichtiger Faktor ist laut dem Gallup Engagement Index die Agilität eines Unternehmens. 43 Prozent der Befragten, die ihren Arbeitgeber als agil empfinden, haben eine starke Bindung zu ihm. Unter denen, die ihr Unternehmen nur teilweise für agil halten, sind es lediglich 22 Prozent und bei den nicht-agilen Unternehmen nur sechs Prozent. Dies ist kaum verwunderlich, da agile Arbeitsweisen bekanntlich zu besserer Teamarbeit, mehr Leistung und höherer Kreativität führen.

Arbeitsplatz der Zukunft

Wie steht es eigentlich mit dem „Arbeitsplatz der Zukunft“? Die Digitalisierung der Arbeitsmittel wird von den Generationen Y und Z quasi schon vorausgesetzt. Wer will schließlich schon in der Arbeit – in der man ja einen enormen Teil seiner Zeit verbringt – auf den Komfort von Smartphone und Co. verzichten müssen? Software-Tools müssen lästige administrative Arbeiten für die Mitarbeiter per Mausklick erledigen. Informationen müssen in der Sekunde, in der sie erzeugt werden, bereits für alle User bereitstehen.

► Auch der Collaboration-Aspekt spielt in Unternehmen eine wichtige Rolle, um die Employee Experience zu optimieren. Eine optimale Vernetzung und gute Zusammenarbeit fördert bekanntlich die Mitarbeiterzufriedenheit.

Eine Collaboration-Plattform kann die Unternehmen dabei unterstützen. Sie vernetzt Mitarbeiter und Unternehmen abteilungsübergreifend und bündelt die komplette Personalmanagement-bezogene Kommunikation. Mitarbeiter können dann zum Beispiel auf dem Smartphone jederzeit ihr Zeitkonto einsehen und ermitteln, wie viel Urlaub sie noch haben. Möchten sie spontan einen Tag frei nehmen, können sie dies auch kurzfristig am Sonntagabend vom Sofa aus tun. Der Antrag landet über das Collaboration-System sofort beim Vorgesetzten, der ihn in wenigen Sekunden ebenfalls auf dem Smartphone genehmigen kann.

Gleiches gilt auch für Krankmeldungen. Mitarbeiter können ihre AU-Bescheinigung einfach mit dem Smartphone abfotografieren und auf die Collaboration-Plattform hochladen. Dafür müssen sie noch nicht einmal das Bett verlassen. Eine Texterkennungs-Software liest die relevanten Daten aus dem Foto aus und validiert sie. Anschließend landen die Informationen im ERP-System und der Vorgesetzte wird automatisch benachrichtigt, wie lange der Mitarbeiter ausfällt.

Ging es bei HR Software früher darum, der Personalabteilung das Leben zu erleichtern, steht heute der Mitarbeiter im Mittelpunkt. Wichtigstes Ziel ist, HR-Prozesse für ihn so einfach wie möglich zu gestalten und ihn selbstbestimmt einzubinden.

Employee Journey: Die Basis für die HR-Strategie

Den Hut einer Verwaltungsorganisation hat HR schon lange abgelegt. Vielmehr ist HR zum strategischen Partner der Geschäftsführung geworden. Der Mitarbeiter und seine Bedürfnisse werden in den Vordergrund gestellt. Dreh- und Angelpunkt der Personalstrategie sollte deshalb die Employee Journey sein. HR muss agile HR-Prozesse für Mitarbeiter und Manager designen, um ihnen den Arbeitsalltag so flexibel und einfach wie möglich zu gestalten. Die notwendige Wertschätzung ist dabei ein wesentlicher Aspekt. Und vor allem: Mitarbeiter wollen von ihrem Arbeitgeber begeistert sein. Dies gelingt durch eine positive Unternehmenskultur, strategische Einbindung der Mitarbeiter und Agilität. Wenn Unternehmen das schaffen, brauchen sie sich um untreue Arbeitnehmer keine großen Sorgen mehr zu machen.

 

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