Feedback-Kultur: Definition, Tipps und Tricks

Feedback-Kultur: Aus Fehlern lernen und das Vertrauen stärken

Die Feedback-Kultur lässt in vielen Unternehmen deutlich zu wünschen übrig. Nur 37 Prozent der deutschen Arbeitnehmer sind der Meinung, ausreichend Feedback von ihren Vorgesetzten zu erhalten. Vier von zehn Berufstätigen wünschen sich darüber hinaus mehr Lob vom Chef und gerade einmal 41% der deutschen Arbeitnehmer empfinden das erhaltene Feedback als konstruktiv.1 In Zeiten, in denen Aufgabenbereiche immer komplexer, Teams immer vielschichtiger und Unternehmen immer vernetzter werden, ist eine gesunde Feedback-Kultur ein wichtiges Instrument, um die Arbeitsleistung der Mitarbeiter und die des gesamten Unternehmens langfristig zu optimieren.

Was ist eine Feedback-Kultur?

Eine Feedback-Kultur beschreibt in erste Linie die Kommunikationsstrukturen unter den Mitarbeitern sowie zwischen den Führungskräften und den Mitarbeitern bezüglich deren Leistung und Verhalten, innerhalb des Teams und des gesamten Unternehmens. Wird eine Feedback-Kultur optimal im Unternehmen gelebt, findet die Kommunikation hierarchie- und funktionsübergreifend in regelmäßigen Abständen statt. Basis einer funktionierenden Feedback-Kultur ist eine gesunde Vertrauenskultur, die sowohl zwischen Mitarbeitern und Führungskraft aber auch zwischen Mitarbeiter und Unternehmen herrschen sollte.

Wieso brauche ich eine Feedback-Kultur?

Eine vernünftige Feedback-Kultur ist die Basis jeden produktiven Arbeitens innerhalb einer Organisation. Das regelmäßige reflektieren von Arbeitsergebnissen und das Aufarbeiten von persönlichen Stärken und Schwächen steigert die Motivation und damit die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter. Zusätzlich tragen regelmäßige Feedbackgespräche zu einem verbesserten Miteinander bei. Eine aktuelle Studie der ManpowerGroup zur Arbeitsmotivation deutscher Arbeitnehmer zeigt, dass ein gutes Arbeitsverhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten an Nummer eins steht, wenn es um die Stärkung der Motivation geht.2 Durch eine gesunde Feedback-Kultur lassen sich Konflikte vermeiden und schneller und effektiver lösen. Der Feedbacknehmer bekommt die Möglichkeit, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und dann Gelerntes unmittelbar in der Praxis umsetzen.

Was ist das Ziel einer Feedback-Kultur?

Ziel ist es, den Change- und Lernbedarf in Unternehmen zu bedienen, um Fehlerquoten zu minimieren und Verbesserungschancen zu liefern. Der Aufbau einer Lernkultur anstelle einer Fehlerkultur ist dabei ausschlaggebend. Der offene Umgang mit Fehlern ist der erste Schritt, um sich im Alltag nicht mit der Fehleranalyse zu beschäftigen, sondern mittels eines lösungsorientierten Ansatzes aus den Fehlern zu lernen. Die Fehlerkultur ist unmittelbar mit der Feedback-Kultur verbunden. Sucht man bei Fehlern lediglich nach einem Sündenbock, wie es bei 25 Prozent der Unternehmen der Fall ist, ist die Lernkurve gleich null.3

Feedback-Kultur: Tipps & Tricks  

  • Be honest

Offene und ehrliche Kommunikation ist der Schlüssel für eine authentische Feedback-Kultur. Grundvoraussetzung dafür ist ein stabiles Vertrauensverhältnis zwischen Führungskraft und Mitarbeiter, aber auch zum Unternehmen selbst. Nur so fühlt sich der Mitarbeiter in der Lage, seine Meinung offen und ehrlich zu äußern, ohne im Nachhinein mit negativen Konsequenzen rechnen zu müssen.

► Tipp: Merkt der Mitarbeiter, dass die Führungskraft offen und ehrlich ist, wird es ihm leichter fallen, es ihm gleich zu tun. Hat der Mitarbeiter aber das Gefühl, seine Führungskraft ist unehrlich oder hält bereits besprochene Abmachungen nicht ein, kann das schnell zu einem gestörten Vertrauensverhältnis führen. Nach ei­ner Un­ter­su­chung des Be­ra­tungs- und Prü­fungs­un­ter­neh­mens Ernst & Young (EY), ver­trau­en le­dig­lich 44 Pro­zent der Mit­ar­bei­ter in Deutsch­land ih­rem Un­ter­neh­men und nur 47 Pro­zent ihrem Vor­ge­setz­ten.

  • Be gentle

Wie bei so vielen Situationen im Leben, macht auch hier der Ton die Musik. Um das bestehende Optimierungspotenzial nicht als negatives Feedback zu äußern, ist eine konstruktive Formulierung ausschlaggebend. Dem Mitarbeiter muss die Chance gegeben werden, das Feedback als Chance zu sehen und nicht als Angriff. Wertschätzung ist ein wichtiger Aspekt, den es zu berücksichtigen gilt, um eine Feedback-Kultur gelingen zu lassen.

► Tipp: Negative Kritik aus der Ich-Perspektive zu äußern, entschärft das ein oder andere Argument und lässt negative Kritik nicht zu hart klingen.  

  • Use the whole potential

Wenn schon, denn schon: Um die Benefits einer gut funktionierenden Feedback-Kultur voll ausnutzen zu können, sollten alle Feedbackquellen und alle Feedbackarten genutzt werden, um Feedback einzuholen.

► Tipp: Neben der wichtigsten Quelle, dem Vorgesetzten und den direkten Kollegen, können auch Kollegen aus anderen Abteilungen oder übergeordnete Führungskräfte mit in den Feedbackprozess eingebunden werden. Neben dem klassischen Mitarbeitergespräch kann beispielsweise Feedback aus Pulsbefragungen und Kulturanalysen oder projektbezogenes Feedback wichtige Einblicke geben. Neben der Zeitersparnis bauen die verschiedenen Feedbackarten gleichzeitig Hürden ab und erleichtern es dem Feedbackgeber, ehrliches Feedback abzugeben.

  • Be willing

Alles Feedback nützt nichts, wenn man nicht gewillt ist, aus Feedback zu lernen. Eine gewisse Bereitschaft seitens aller Beteiligter ist also ein Muss, damit eine Feedback-Kultur funktioniert.

► Tipp: Bezieht man alle Beteiligten früh genug in den Veränderungsprozess mit ein, ist die Bereitschaft vieler Mitarbeiter, sich aktiv einzubringen, oft größer.

Wie kann die HR-Abteilung bei der Feedback-Kultur unterstützen?

Die HR-Abteilung sollte hier den aktiven Wandel innerhalb des gesamten Unternehmens anstoßen und als Vorreiter fungieren. Anstatt der Führungskraft den üblichen Mitarbeiterbewertungsbogen in Papierform zur Hand zu geben, kann innovative Technologie die Veränderung hin zu einer offenen Feedback-Kultur unterstützen. Neben der Einsparung von Zeit und Kosten, die vor allem bei der Auswertung der Fragebögen anfällt, können Software & Co. den Bewertungsprozess transparenter gestalten und Ergebnisse schneller liefern. Eine passende Software ermöglicht die regelmäßige und einheitliche Erfassung und Dokumentation von Feedback und das sogar im Zeitverlauf. So lässt sich die ganzheitliche Entwicklung des Mitarbeiters lückenlos erfassen. Durch die leicht zugänglich gemachten Leistungsdaten können Prognosen zu Weiterentwicklungspotenzialen einzelner Mitarbeiter erstellt werden. Informationslücken oder fehlende Dokumentationen gehören damit der Vergangenheit an. Zusätzlich bieten Funktionen, wie die Analyse der Leistungsdaten, ein schnelles Entgegenwirken, wenn ein starker Leistungsabfall erkannt wird.

So kann beispielsweise eine drohende Kündigung frühzeitig erkannt und rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Die Technologie unterstützt und beschleunigt dabei die Feedbackprozesse, gestaltet sie effektiver und sorgt für eine klare, unmissverständliche Kommunikation innerhalb des Teams und damit innerhalb der gesamten Organisation.

 


1 Rundstedt Studie: Lob & Kritik: Wie bewerten Arbeitnehmer in Deutschland die Fehlerkultur in ihrem Unternehmen
2 Studie Manpower Group: https://www.manpowergroup.de/fileadmin/manpowergroup.de/Studien/MPG_190219_Quick_Survey_Arbeitsmotivation_2019.pdf
3 Rundstedt Studie: Lob & Kritik: Wie bewerten Arbeitnehmer in Deutschland die Fehlerkultur in ihrem Unternehmen
4https://www.impulse.de/management/personalfuehrung/mangelndes-vertrauen-in-arbeitgeber/3495960.html
 

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