Digitalisierung als Reaktion auf den Generationenwechsel

Digitalisierung als Reaktion auf den Generationenwechsel

Bis 2020 wird die Generation Y, die heute 20- bis 30-Jährigen, rund 50 % der Arbeitnehmer auf dem weltweiten Arbeitsmarkt ausmachen. Und die Generation Z steht schon in den Startlöchern.1 Selbstverwirklichung, Yoga in der Mittagspause und die Abschaffung jeglicher Hierarchien sind nur einige Veränderungen, mit denen die neuen Generationen den Arbeitsmarkt komplett umkrempeln. Auf welche Neuerungen müssen sich die Unternehmen und Personalabteilungen von heute einstellen und was bedeutet das im Hinblick auf den digitalen Wandel?

Die Angehörigen der Millennials sind quasi mit dem Smartphone in der einen und dem Tablet in der anderen Hand auf die Welt gekommen und wurden in den digitalen Wandel hineingeboren. Die sich stetig verändernde Kommunikationskultur der Gesellschaft und der Umgang mit neuen Technologien ist für die Generation Y weitestgehend der Normalzustand. Das hat zur Folge, dass sich Ansprüche an private aber auch an berufliche Gegebenheiten anders definieren als bei älteren Generationen. Die Regeln der zwischenmenschlichen Interaktion sind durch die Digital Natives neu definiert worden. Das schließt den Gebrauch moderner Technologien und Software mit ein. Für Unternehmen heißt das: Umdenken. Und das in jeder Hinsicht.

Heute müssen sich Arbeitgeber ihren potenziellen Arbeitnehmern anpassen, um im Kampf um die wertvollen Fachkräfte nicht den Kürzeren zu ziehen. Mit den üblichen Benefits sind die neuen Arbeitnehmer nicht mehr zufriedenzustellen. Die neuen Generationen sind leistungsorientiert, selbstbewusst und es gewohnt, Entscheidungen selbst zu treffen. Sie erwarten von ihrem Arbeitgeber eine offene, hürdenfreie Kommunikation auf Augenhöhe und tun sich oft schwer mit dem klassischen Top-Down-Führungsstil. Sie trennen Arbeitszeit und Freizeit zwar weniger streng, legen aber trotzdem viel Wert auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Der Aufgabenbereich muss vielseitig sein, den persönlichen Ansprüchen entsprechen und mit dem Wunsch resonieren, einen konkreten Mehrwert für die Gesellschaft zu schaffen. Zudem spielen Selbstverwirklichung, Wertschätzung und Transparenz eine große Rolle bei der Suche nach dem richtigen Arbeitgeber. Gleichzeitig legen die Digital Natives viel Wert auf eine moderne Informations- und Kommunikationskultur im Unternehmen. Der private Anspruch, zu jeder Zeit vernetzt zu sein, sich auf den unterschiedlichsten Online-Plattformen und Kommunikationskanälen präsent zu zeigen und im ständigen transparenten Austausch zu stehen, erwarten die jungen Mitarbeiter auch von ihrem Arbeitgeber.

Dazu ist der Umgang mit neuer Technologie im Berufsleben genauso wichtig, wie im privaten Umfeld und wird von vielen als selbstverständlich gesehen. Die jungen Generationen haben oft mit Vorurteilen zu kämpfen. Ihnen werden schlechtere soziale Fähigkeiten zu Gunsten ihrer digitalen Vorlieben vorgeworfen. Gleichzeitig heißt es, sie seien multitaskingfähig und verfügen über einen natürlich angeborenen Instinkt zur Verwendung von digitalen Produkten. 44 % der Personalverantwortlichen empfinden es sogar als äußert schwierig, die neue Arbeitnehmergeneration zu rekrutieren und langfristig an das Unternehmen zu binden. Dabei halten 42 % der Generation Y Loyalität gegenüber dem Arbeitnehmer als überholt, was die Mitarbeiterbindung der neuen Generationen zusätzlich erschwert.2 Die Personalabteilung von heute muss sich also richtig ins Zeug legen, um die neuen Fachkräfte von sich zu überzeugen. Aber es lohnt sich.

Die Arbeitnehmergenerationen können für viele Unternehmen die Eintrittskarte in das New Work-Zeitalter bedeuten. Sie haben gelernt, sich dem globalen digitalen Wandel anzupassen, sind innovativ und mutig. Von diesen Eigenschaften können Unternehmen nur profitieren. Vom Recruiting bis hin zur Bindung der wertvollen Arbeitskräfte, in vielen Bereichen der HR-Abteilung muss aufgeräumt und umgedacht werden, um den Ansprüchen der neuen Generation gerecht zu werden. Beispielsweise erwarten junge Bewerber einen Facebook-, Xing- oder Twitter-Account, um sich im Vorfeld ein genaues Bild über den Arbeitnehmer machen zu können. Gleichermaßen wird ein unkompliziertes Bewerberportal erwartet, das sich im besten Fall mit dem eigenen Xing- oder LinkedIn-Profil synchronisieren lässt. Der ganze Bewerbungsprozess muss schnell und unkompliziert gestaltet sein, um die wertvolle Fachkraft nicht schon beim Bewerbungsprozess zu vergraulen. Regelmäßiges Feedback zur Bewerbung und schnelle Kommunikation während des Bewerbungsprozesses wird ebenfalls vorausgesetzt.

Dabei sind die Nutzung und das Arbeiten mit moderner Software und intelligenten Services unumgänglich. Das Digitalisieren und Klassifizieren einkommender Bewerbungen oder die Kommunikation über KI getrimmte Workflows sind dabei nur einige Vorteile. Viele HR-Lösungen bieten zudem Services an, die dem HRler einige der administrativen Aufgaben erleichtern oder sogar vollständig abnehmen, so dass sich der Personaler vollständig auf die potenziellen Mitarbeiter konzentrieren kann. Ist die wertvolle Fachkraft dann einmal an Bord geholt, liegt es am Arbeitnehmer, diese so lange wie möglich an das Unternehmen zu binden. Für einen glücklichen Millennial ist die individuelle Arbeitsplatzgestaltung genauso essenziell wie die freie Arbeitszeiteinteilung. Homeoffice, mobiles Arbeiten, einer kurzer E-Mail-Check um Mitternacht oder das Bearbeiten wichtiger To-dos von unterwegs aus sind ausdrücklich erwünscht und eine moderne Arbeitsplatzausstattung, samt Firmenhandy und Laptop, Grundvoraussetzung. Kein Angehöriger der Generation Y und Z will heute noch in Papierbergen wühlen, um seine Gehaltsabrechnungen aus dem letzten Monat zu suchen. Das Gleiche gilt für Kommunikations- und Entscheidungswege innerhalb der Organisation. Freigabeschleifen und lange Kommunikationswege stehen nicht auf der Most-Wanted-Liste. Auch hier kann intelligente HR Software unterstützen und zu einer effektiveren, abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit beitragen.

Die Entscheidung für die neue Arbeitnehmergeneration ist gleichzeitig eine Entscheidung für den Einsatz moderner Technologien und Software. Nur so kann man als Unternehmen sicherstellen, dass man auf dem Arbeitsmarkt langfristig konkurrenzfähig bleibt. Wichtig dabei ist, die Digitalisierung als echte Chance wahrzunehmen. Eine angepasste Unternehmenskultur kann so zusammen mit moderner Technologie zur Eintrittskarte in das New Work-Zeitalter werden.


1,2 Studie Elance-oDesk und Red Brick Research: Generation Y
 

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