Employee Journey: Die Candidate Experience

Wie Sie die Employee Journey optimieren - Teil 1: Die Candidate Experience

Laut dem Gallup Engagement Index 2018 fühlen sich 71 % der Arbeitnehmer nur gering an ihr Unternehmen gebunden. 14 % der Befragten haben sogar gar keine emotionale Bindung zu ihrer Firma. Erschreckende Zahlen, doch die gute Nachricht ist, dass der Arbeitgeber eine Menge tun kann, um die Loyalität der Mitarbeiter gezielt zu steigern.

Schauen wir zunächst einmal auf eine Disziplin, die sich seit Jahrzehnten in Perfektion damit beschäftigt, Loyalität zu Interessenten und Kunden aufzubauen: das Marketing. Der Schlüssel zum Erfolg ist hier, die Customer Experience und Customer Journey in jedem Touchpoint mit der Marke zu optimieren – vom ersten Kontakt bis hin zur Vermeidung von Kündigungen und Win-Back-Maßnahmen. Die HR-Welt hat diese Idee übernommen und optimiert so die Touchpoints mit Mitarbeitern in der „Employee Journey“. Das Ergebnis der Optimierung ist ein effizienter, zufriedener und treuer Mitarbeiter, der ein wichtiger Markenbotschafter des Arbeitgebers ist.

Wie Sie Touchpoints auf der Candidate Journey optimieren

Die Optimierung von Touchpoints auf der Employee Journey in der Rekrutierungsphase ist die Grundlage, um im „War for Talents“ erfolgreich zu sein und für den Aufbau von Loyalität der späteren Mitarbeiter. In dieser Phase wird sie Candidate Journey genannt. Doch wie kann die Reise der Bewerber innerhalb des Unternehmens in der Recruitingphase optimiert werden?

Stellenanzeigen: Einfach gesagt müssen Stellenanzeigen den Bewerber textlich und inhaltlich überzeugen. Hier gibt es aber noch viel Optimierungspotenzial.
Laut einer Studie zur Candidate Journey von meta HR/stellenanzeigen.de aus 2017 spielen bei Stellenanzeigen klare Fakten zu Job und Unternehmen eine wichtige Rolle.1 Bei Stellenangeboten wünschen sich potenzielle Bewerber eine klare Beschreibung von Aufgaben, Verantwortlichkeiten und benötigten Fähigkeiten. Der Jobtitel darf nicht zu umständlich formuliert sein. Angaben zu Unternehmensphilosophie, -kultur und -werten des potenziellen Arbeitgebers sind ebenso wichtig wie Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Stellenanzeigen haben oft die Attraktivität von Beipackzetteln, daher ist es ein Leichtes, durch eine attraktive Gestaltung Aufmerksamkeit zu erlangen und das Employer Branding nachhaltig zu optimieren.

Bewerbungen: Machen Sie es dem Bewerber so einfach wie möglich, seine Unterlagen einzureichen. Bei 72 % der Kandidaten sind E-Mail-Bewerbungen am beliebtesten (Studie „Bewerbung der Zukunft“ 2017).2 Umfangreiche Bewerbungsformulare bilden eine große Hürde im Bewerbungsprozess, die es laut der Candidate Journey Studie unbedingt zu vermeiden gilt. Bis zu 58 % der Bewerber brechen eine Bewerbung über ein kompliziertes Bewerbungsformular ab, obwohl der Job für sie interessant ist (Softgarden Bewerbungsreport 2018).3 Bis zur Einladung zum Bewerbungsgespräch oder zur Absage wünschen sich die Kandidaten Informationen zum weiteren Ablauf des Bewerbungsverfahrens. Als ganz besonders wissenswert gelten die Gründe für eine möglich Absage (Studie „Bewerbung der Zukunft“).

Das Gespräch: Hier zählt vor allem Transparenz (Candidate Journey Studie). Das Tätigkeitsfeld muss klar und ausführlich beschrieben werden und konsistent mit der Stellenbeschreibung sein. In der Realität wird die Stelle nicht genug durch den Arbeitgeber angepriesen. Hier spielt das Geschick des Hiring Managers eine wesentliche Rolle. Wie in allen anderen Schritten der Candidate Journey auch, sollte die Wertschätzung gegenüber dem Bewerber klar spürbar sein. Das Gespräch darf selbstverständlich keinen Verhörcharakter haben, sondern muss auf Augenhöhe stattfinden. Viele Bewerber wünschen sich auch die Möglichkeit, im Zuge eines Bewerbungsgesprächs direkt das Team kennenzulernen. So kann für den Bewerber schnell die Frage beantwortet werden, ob die Atmosphäre im Team passt.

Optimierungsfaktor Zeit

Laut der Studie „Bewerbung der Zukunft“ warten Bewerber durchschnittlich 18,4 Tage auf eine inhaltliche Rückmeldung. Viele negative Einträge auf Kununu resultieren aus der langen Wartezeit. Dringend benötigte Fachkräfte wenden sich innerhalb dieser Zeit an andere potenzielle Arbeitgeber. Durchschnittlich vergeht vom ersten Bewerbungsgespräch bis hin zur Einstellung oder Absage noch mal ein ganzer Monat (Studie How Long Does it Take to Hire? Time to Hire Glassdoor 2017).4 Diese Zeit lässt sich mit dem Einsatz von HR-Softwarelösungen deutlich reduzieren und die Candidate Experience optimieren. Im Kampf um qualifizierte Mitarbeiter ist es wichtig, Bewerbungen sehr zeitnah zwischen den einzelnen Beteiligten zu bearbeiten, zu bewerten und schnell zu reagieren.

Mit Softwareunterstützung können sich alle Beteiligten koordiniert abstimmen. Die Kommunikation lässt sich dadurch wesentlich beschleunigen und ganze Prozesse laufen vollautomatisiert ab.


1https://www.metahr.de/wp-content/uploads/Candidate_Journey_Studie_2017.pdf
2https://www.uni-bamberg.de/fileadmin/uni/fakultaeten/wiai_lehrstuehle/isdl/5_Bewerbung_der_Zukunft_20170210_WEB.pdf
3https://go.softgarden.de/hubfs/180130_Studien_Stellenanzeigen/softgarden_Studie_Stellenanzeigen_2018.pdf
4https://www.glassdoor.com/research/time-to-hire-in-25-countries/
 

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