Mitarbeiterbindung durch Digitalisierung?

Mitarbeiterbindung durch Digitalisierung?

Qualifizierte Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden ist zur echten Herausforderung geworden seitdem der Paradigmenwechsel Einzug auf dem Arbeitsmarkt gehalten hat. Arbeitnehmer wählen heute Ihren Arbeitgeber, nicht mehr andersherum. Der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens hängt jedoch maßgeblich von der Verfügbarkeit qualifizierter und motivierter Talente ab. Eine Studie der ManpowerGroup zeigt, dass bereits 20% der Unternehmen in Deutschland große Schwierigkeiten haben, qualifizierte Mitarbeiter zu finden.¹ In der Human-Age-Ära reicht es nicht mehr aus, Stellenausschreibungen mit hübschen Bildchen zu veröffentlichen, um potenzielle Arbeitnehmer an Bord zu holen. Es geht viel mehr darum, eine authentische, klare Strategie bezüglich Mitarbeiterbindung und -gewinnung zu entwickeln, die abteilungsübergreifend gelebt wird.

Hat man es so erst einmal geschafft, qualifizierte Arbeitnehmer ins Unternehmen zu holen, geht es darum, diese langfristig an das Unternehmen zu binden, um diese nicht bereits nach kurzer Zeit mit Sack und Pack und vor allem einer Menge Know-how zwangsläufig wieder ziehen zu lassen. Dabei spielt einerseits eine gut durchdachte Ressourcenplanung eine große Rolle, die es zulässt, sich ausgiebig mit dem Thema Mitarbeiterbindung auseinanderzusetzen. Andererseits geht es um die richtige Handhabe mit allen Einflussfaktoren der Arbeitgeberattraktivität, welche potenzielle Arbeitnehmer bereits im Anfangsstadium der Arbeitgeber-/Arbeitnehmer-Beziehung an das Unternehmen bindet.

Die Ressourcenplanung für strategische Themen wie das Retention Management leidet in vielen HR-Abteilungen unter der Belagerung des Tagesgeschäfts durch administrative Routinetätigkeiten, die HRler häufig vollends auslasten. Eine Vernachlässigung strategischer Themen ist hier fast nicht zu vermeiden. Gleichzeitig spielt der Einflussfaktor der Arbeitgeberattraktivität bei der Mitarbeitergewinnung und -bindung aber eine enorm große Rolle. Welche Attribute muss ein Arbeitnehmer mit sich bringen, um für potenzielle Arbeitnehmer in Frage zu kommen? In Zeiten, in denen man mit nur einem Klick seine gesamte Lebensgeschichte mit der Welt teilen kann, in der man Arztbesuche online über die Webcam wahrnehmen kann und das Kaminfeuer auf dem nach Hause Weg anzündet, steht das Thema Digitalisierung ganz oben auf der Liste. Vielen Arbeitnehmern fällt es schwer, sich auf Unternehmen einzulassen, die noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen sind. Mobiles, ortsunabhängiges Arbeiten, moderne Ausstattung und schnelle Kommunikation innerhalb des Unternehmens werden von vielen Arbeitnehmer heute als selbstverständlich angesehen.

Stop wasting resources

Ja, mittlerweile kommunizieren wir alle über E-Mail und Skype for Business und nein, die Faxnummer muss nicht mehr in der Signatur stehen. Aber wie sieht es eigentlich in der Anfangsphase der Mitarbeiterbindung aus? Diese beginnt nämlich bereits beim Recruiting-Prozess. Wartet der Bewerber bereits zwei Wochen auf die Empfangsbestätigung seiner Bewerbungsunterlagen, nur weil die HR-Abteilung seine Papierbewerbung erst einmal in das vorherrschende HCM einpflegen muss, könnte das schon am Anfang des Beschäftigungsverhältnisses abschreckend wirken. Und was ist, wenn ich krank bin? Nach dem Arzttermin noch schnell zur Post laufen, Kuvert und Briefmarke kaufen um die AU-Bescheinigung rechtzeitig ins Unternehmen zu bekommen? Oder wenn ich ganz spontan Urlaub buchen möchte und auf die Info bezüglich meines Resturlaubs bis zu zwei Wochen warten muss? Das ist längst nicht mehr zeitgemäß, liebe HR-Abteilung. Schaut man sich diese Prozesse in der Praxis an, wird einem schnell klar, welche Masse an Ressourcen hier verschwendet werden. Zusätzlich bekommt der potenzielle neue Mitarbeiter einen schlechten Eindruck seines neuen Arbeitgebers.

Gleichzeitig sitzen HR-Abteilungen vor immer größer werdenden To-do-Listen und versuchen zwanghaft allen Stakeholdern gerecht zu werden. Digitalisierung schafft Kapazitäten! Clevere HR-Prozesse, bei denen Mitarbeiter und Führungskräfte aktiv mit einbezogen werden, schaffen freie Ressourcen und ermöglichen eine schnelle, unkomplizierte Kommunikation im ganzen Unternehmen - auch mit Bewerbern.

Stay open-minded

Um Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden, müssen gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen auch innerhalb der Unternehmen gelebt werden. Das gilt vor allem in Sachen Digitalisierung. Dabei sollte die HR-Abteilung als Vorreiter der Digitalisierung fungieren und eine gemeinsame digitale Unternehmenskultur entwickeln und diese abteilungsübergreifend zur Anwendung bringen. Hapert es bereits bei den Basics, wie zeitgemäßen und modernen HR-Prozessen, die eigentlich kinderleicht dank moderner HR-Collaboration-Tools umgesetzt werden könnten, ist der Bogen leicht gespannt und man könnte annehmen, das ganze Unternehmen arbeite noch im Oldschool-Modus.
 


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¹ Quelle: ManpowerGroup

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